Pierreder kleine Oenologe ![]() Inhalt Einleitung Qualitätsstufen Weinklassifizierung Das Weinetikett Weingebiete Der Osten Alsace Bourgogne Beaujolais Der Westen Bordeaux Graves Libournais Médoc Süßweine Loire Pyrenäen Die Mitte Cahors Dordogne Gaillac Der Süden Languedoc Provence Rhône Roussillon Allgemeines Wein und Essen Weinherstellung Weinprobe Weinvokabular Rebsorten
|
Die Weinprobe Im allgemeinen versteht der Laie unter einer Weinprobe eine folkloristische
Veranstaltung in einem schummrigen Keller wo ihm zu einem recht fragwürdigen,
aber meist kostenlosen Probegetränk auch noch Erdnüsse dargeboten
werden. Also entscheidet er sich dann meist recht schuldbewußt für
den einen oder anderen Karton dieser angepriesenen Flüssigkeit. Aber
dann zu Hause angekommen, steht er vor der großen Frage : "was
hab ich da eigentlich gekauft....". Die optische Prüfung Um einen ersten Eindruck von einem Wein zu bekommen wird das bis zu
einem Drittel gefüllte Glas leicht gegen eine Lichtquelle (Kerze)
geneigt. Er muß klar, ohne Trübung und Schlieren sein. Danach
werden folgende Punkte beurteilt:
Die Intensität und Farbe von Weinen ist am leichtesten zu erkennen und sagt am meisten über den Wein aus :
Die Geruchsprüfung Riecht der Wein nach Säure oder Korken, dann ist er hinüber. Aber in den meisten Fällen verschafft das Bukett des Weins - die Gesamtheit der aus dem Glas aus- strömenden Geruchseindrücke- immer neue Entdeckungen. Die aromatischen Bestandteile des Buketts kommen je nach ihrer Flüchtigkeit bei der Verdunstung des Weins zum Ausdruck. Aus diesem Grund ist auch die Temperatur so wichtig. Zu kalt, kein Bukett; zu warm, zu schnelle Verdunstung, Oxidation, Zerstörung der sehr flüchtigen Düfte und Extraktion von anormalen, schweren Aromastoffen.Das Bukett des Weins vereinigt also vielerlei Düfte, die sich ständig verändern. Sie treten je nach Temperatur und Oxidation nacheinander auf, die Handhabung des Glases ist deshalb auch sehr wichtig. Man beginnt damit, den Duft aus dem unbewegten Glas einzuatmen, danach versetzt man den Wein in eine leichte Drehbewegung damit durch den Luftkontakt andere Düfte zum Vorschein kommen. Die Qualität eines Weines mißt sich an der Intensität und Komplexität des Buketts. Einfache Weine bieten nur wenig -oder gar kein Bukett. Große Weine dagegen bieten ein sehr tiefes und komplexes Bukett, welches sich ständig verändert. Das Vokabular für die Beschreibung des Buketts ist fast unbegrenzt, man vergleicht es am besten mit Düften von Früchten, Blüten, Gewüzen etc. Hier einige Beispiele :
Die Geschmacksprüfung Nach Augen und Nase sind nun die Zungenpapillen gefragt, um den Wein zu beurteilen. Da sie nur für vier Geschmacksrichtungen ( bitter, süß, sauer,salzig ) empfindlich sind, ist ihre pflegliche Behandlung sehr wichtig. Also, Raucher und Liebhaber von stark gewürzten Gerichten sollten lieber bei Cola, Bier und Apfelkorn bleiben. Wenn dann noch die Nase frei ist, dann steht der Geschmacksprobe nichts mehr im Wege. Dazu nimmt man einen kleinen Schluck in den Mund, ( He !! einen k l e i n e n ) atmet etwas Luft ein oder man schlüft den Wein und läßt ihn im Mund etwas erwärmen. Nun fühlt man sogleich die etwaigen Auswirkungen der Weinsäure, Kohlensäure und der Tannine. Die Tannine ziehen die Mundschleimhäute zusammen und bei zuviel Säure ist der Wein aggressiv, bei zuwenig Säure ist er flach. Bei Rotweinen bezieht sich die Ausgewogenheit auf den Säuregehalt, die Lieblichkeit und die Tannine.
Ein guter Wein muß sich im Gleichgewicht zwischen diesen drei
Komponenten befinden. Ein großer Wein unterscheidet sich von einem
guten Wein durch seinen strengen und mächtigen, wenn auch harmonischen
Aufbau und durch seine Fülle in der aromatischen Komplexität.
Nachdem man sich über
den Geschmack des Weins klargeworden ist kann man ihn nun getrost hinunterschlucken
( Ahh ! ) , ohne allerdings zu vergessen die Länge des Weines zu messen.
( unter Länge versteht man die Zeit, in der man den Wein noch nach
dem hinuterschlucken schmeckt ) Zu einer optimalen Geschmacksentfaltung
des Weins gehört immer ein einfaches aber fetthaltiges Essen, denn
Fett verringert die Oberflächenspannung des Weines. Dadurch wird der
Kontakt zu den Papillen vergrößert, außerdem sind einige
Aromate ( nur ) fettlöslich.
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||